Meine Dreifaltigkeit gegen Religionen

the english article is here

Im letzten Kapitel habe ich 3 emotionale Gründe gegen Religionen aufgelistet, die mich letztendlich aus der katholischen Kirche austreten liesen, heute bringe ich drei intellektuelle Gründe dagegen.

4.) Die Fehler alter Schriften

Der offensichtlichste, und damit Hauptgrund,
liegt in den Texten selbst, die als absolutes Wort Gottes verstanden werden.
Wenn man es wörtlich nimmt, dass diese Bücher das Wort Gottes enthalten, warum hat Gott dann die Menschheit bis zu dem Punkt, an dem sie geschrieben wurden, ignoriert?
Es ist nur logisch für einen Glaubenden all die Texte als falsch zu verwerfen, die vor der eigenen religiösen Schrift geschrieben wurden.
Unlogisch wird es dann, wenn die eigene Schrift auf alten aufbaut, wie z.Bsp. das neue auf dem alten Testament.

Wie elitär solch ein Denken ist, zeigt sich darin, dass Menschen normalerweise an der angeborenen Religion hängen bleiben – sie sollten sich mal fragen, warum Andere ihrer Religion beitreten sollten, sie aber nicht in Erwägung ziehen selbst die Religion zu wechseln.

Wenn man mit Fanatikern orthodoxer Religionen diskutiert, dann kommt als Hauptargument meistens:
“Aber in meinem Kindheits-Märchen (was natürlich die einzige Wahrheit ist) steht …”
Es macht einfach keinen Sinn für mich, warum Menschen so dumm und starrköpfig sind, immer noch in ein Buch zu glauben, was voll an Fehlern und Unstimmigkeiten ist, nur weil sie darauf in ihrer Kindheit dogmatisiert wurden.

Die jüdische Torah und Teile des alten Testaments der christlichen Bibel sind identisch.
Beide haben einen Protagonist, der in unzähligen Beispielen extra Fallen der Sünde aufstellte, nur um dann Millionen derer zu töten, die Gottes Versuchungen verfielen.
Ihr Antagonist, Satan dagegen, tötete Keinen.

Zudem gibt es etliche Fehler in der Bibel sowohl als auch im Koran, die so vielzählig sind, dass ich hier erst gar nicht anfange.
Wen es interessiert, der Suche einfach danach und wird sofort Seiten von Leuten finden, die auf jeweilig die andere Religion zeigen.
Demnach ist klar, dass diese Schriften nur Sinn machen, wenn man sie symbolisch in einem spirituellen Zusammenhang aber nicht wörtlich versteht.

https://www.palverlag.de/lebensweisheit-von-sich-ueberzeugt-sein.html

Religion ist im Grunde ein Thema unseres inneren Kindes.
Wir wurden darauf konditioniert eine Autorität zu fürchten, lieben und verehren, so dass unser inneres Kind an diesem ersten Konzept fest hält, wie Elefanten, die als Junge an einen Pflock gebunden wurden, und sich danach nie wieder davon lossreissen, obwohl sie längst stark genug dafür wären.

Der Fehler in der Logik ist, dass die gepredigte brüderliche Liebe in dem Moment unstimmig wird, wenn man anfängt Andere umzustimmen, eigenen Kindheits-Konditionierungen zu folgen.

Die Ironie dabei ist, dass versucht wird das eigene kindliche Unschuldsbewusstsein zu wahren indem man sie anderen nimmt.
Die Wahre Unschuld dagegen muss auf täglicher Basis durch Ehrlichkeit, Ernsthaftigkeit und moralische Integrität täglich auf’s Neue erschaffen werden.

5.) Eine ungesunde Verkrustung, die gute Werte verzerrt.

Da die totale Widmung an ein altes Buch (ob Bibel, Torah, oder Koran, oder Ansprache verstorbener geistiger Lehrer) ein “in Zeit eingefrorener” Ansatz ist, beinhalten sie viele veraltete Lehren, die zu deren Zeit förderlich waren, aber heutzutage nicht nur veraltet, sondern schlichtweg hinderlich sind:
Hier mal drei Beispiele:

  • Der Ansatz des alten Testaments “Auge um Auge, Zahn um Zahn” war ursprünglich dazu gedacht, Gewalt auf eine adäquate und objektivere Stufe zu reduzieren, um nicht ohne Grund zu töten.
    Aber in unseren Zeiten, in denen Gerechtigkeit durch die Komplexität unseres Rechtssystem verschleiert wurde, wird solch eine Philosophie nur noch dazu verwand die öffentliche Meinung zur Gewalt aufzustacheln, die dann die Spirale der Gewalt immer höher treibt.
  • Die Regeln von Juden und Muslimen kein Fleisch zu essen war ursprünglich ein guter Schutz gegen Trichinellose, ist heutzutage in Zeiten der wissenschaftlichen Essenskontrolle und der Kühlschränke aber veraltet.
  • Der Ratschlag der Bibel “seit fruchtbar und mehret Euch” war in einer Zeit, als die Weltbevölkerung nur um die 170-400 Millionen betrug ein guter Rat, um das Überleben unserer Spezies zu sichern;
    aber in Zeiten der Überbevölkerung sollte stark überdacht werden, ob es förderlich is noch mehr Menschen in unsere Welt zu bringen, die aufgrund ihres niederen Bewusstseins, und ihren damit verbundenen Handlungen, unserer Erde mehr schaden als nützen, denn anstatt uns die Welt als verantwortliche Herrscher wohlwollend untertan gemacht zu haben, sind wir jetzt der Hauptgrund dafür das Tiere sowohl als auch Pflanzen schon auszusterben beginnen.

6.) Der Zirkelschluss, der Vielfältigkeit verhindert

Ich wurde einmal zu einem langen Video eingeladen, in dem Jemand “bewies”, dass der biblische Gott existieren würde.
Der große Fehler, der das ganze Kartenhaus für mich zum einstürzen brachte, war, dass das ganze komplexe Video auf der anfänglichen Annahme basierte, dass Gott existieren würde.

In gleicher Weise kann man normalerweise kaum wissenschaftlich mit Kreationisten argumentieren, weil die gesamte Diskussion von ihrer Indoktrination überschattet wird, dass es nur ein Buch gebe, auf dem die Wahrheit aufgebaut wäre, und dass jedes weitere Gespräch darauf basieren müsse.

Wenn immer man also “Beweise” für die Wunder Gottes im Internet findet, kann man die genießen, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass wahre Beweise bei Weitem nicht so spektakulär sind, als es gerne gesehen werden würde.

Damit will ich nicht sagen, dass Gott nicht existiert, sondern dass das Göttliche als eine allumfassende Kraft ist, die Anderen nicht aufgezwungen werden kann, sondern über Jahrzehnte in einem selbst erforscht werden muss.

#abrahamische-religionen, #agnostizismus, #atheismus, #bibel, #christenheit, #gnostizismus, #judentum, #koran, #religionskritik