Warum Religionen spirituell blockieren können

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Nachdem ich 3 emotionale und 3 intellektuelle Kritiken gegen Religionen genannt habe, will ich im abschließenden dritten Teil noch 3 spirituelle Probleme mit Religionen nennen.

Während Religionen vorgeben spirituelle Hilfe und geistige Führung zu geben, und sie als Zünder funktionieren, Menschen dazu zu veranlassen nach einem höheren Sinn im Leben zu suchen, können sie dem ernsthaft spirituell Suchenden in seiner Entwicklung auf verschiedene Weisen hinderlich werden:

7.) Das Verbot sich (oder sein) Selbst individuell weiter zu entwickeln.

Im Geist des Agnostizismus, also nicht wissend, ob ein Schöpfer-Gott existiert, fange ich mit einer Analyse religiöser Grundsätze an, indem ich ihnen erst mal vertraue.

Wenn eine Art Gott Alles im Universum durchzieht, dann muss er/sie/es doch innerhalb jeder unserer Zellen sein, also müsste Jeder sich zum Göttlichen entwickeln können.

Aber orthodoxe Geschichtsschreiber versuchen mit allen Mitteln eigene Aspirationen das eigene höchste Potential zu erreichen zu blockieren, weil sie folgsame Schafe wollen, die sich nur ihrem Glauben verschreiben – etwas was entwickelte Geister, die sich dem Göttlichen selbst annähern nicht mehr nötig haben.

Oft wurde mir sowohl von christlichen Mönchen, unnachgiebigen Bibeltreuen, als auch einigen Eso-Gurus erklärt, dass hohe Aspirationen nur Zeichen des Egos wären, weshalb ich zunächst einmal lernen sollte bescheiden zu sein.

Was dann aber passiert, wenn man Menschen ihre Ambitionen und Aspirationen als pathologisch ausredet und ihnen damit ihren Zugang zu ihrem eigenen Lebensweg nimmt, ist, dass sie nervös werden, so dass man oft eine Diskrepanz zwischen religiösen Autoritäten und ihren nervösen Gefolgsleuten sehen kann.

Es gibt nur eine ganz feine Linie zwischen Egoismus und autentischen Aspirationen.

Heutzutage wird Spiritualität mit Gelassenheit assoziiert, aber wo ist die Grenze zwischen innerer Ruhe und der Fähigkeit Andere mit süßlichen Worten zu beeinflussen ?

Andererseits kann Jemand, der einer höheren Wahrheit nach strebt, aufgrund von Unterdrückungen engstirniger Dogmen, ein nervöses Wrack sein.

Daher ist Geschmeidigkeit kein Kriterium für Spiritualität

8.) Rigider Konservativismus blockiert den Geist, sich abstrakteren Interpretationen zu öffnen.

Hier mal ein Beispiel für den Unterschied von der orthodoxen sprichwörtlichen Bibel-Version der Genesis in 6 Tagen; und im Gegensatz dazu dem symbolischen Verständnis der Kabbalah oder des Okkultismus:

Die Bibel-, sowie die Torah Version ist:

1. Dunkelheit & Licht, Abend & Morgen = 1. Tag,
2. Himmel und Wasser waren der zweite Tag
3. Trockenes Land und Pflanzen kamen am dritten Tag,
4. Sonne und Sterne am vierten Tag,
5. Fische und Wasser Tiere am fünften Tag,
6. Land Tiere und Menschen am sechsten Tag,
7. und der letzte Tag war ein Tag der Ruhe (weshalb wir Wochenenden haben).

Der sich daraus ableitende Symbolismus ist:

1. Licht: Sonne (scheint von selbst / vom Selbst)
2. Wasser: Mond (Menstruation Zyklen & Gezeiten)
3. Trockenes Land: (heiss) Mars {energetisch}
4. Himmisches Firmament (höherer Geist): Merkur
5. Wasser fliesst überall, wie Spiritualität, die mit Jupiter assoziiert wird.
6. Gott sagte “seit fruchtbar”(macht Liebe) : Venus
7. Ruhetag: Saturn (Herrscher der Blockaden und Abrechnungen)

Symbole für die Wochentage

Seit dem Mittelalter wurden die in Astronomie und Astrologie üblichen Planetensymbole auch für die Wochentage verwendet. Für die Werktage findet sich dies in Kirchenbüchern bis ins 18. Jahrhundert. Für den Sonntag wurde dort allerdings nicht das Sonnensymbol, sondern „Dom.“ oder „dies dominica“ verwendet.

1
Montag
2 Dienstag3 Mittwoch4 Donnerstag5
Freitag
6 Samstag7 Sonntag
lundi
mardimercrediFranz:jeudivendredisaturday<englisch
Luna=MondMarsMerkurJupiterVenusSaturnSonne
Italienische Armreife mit Darstellung der Wochentage durch die olympischen Götter

Diana als Mond für den Montag, Mars für den Dienstag, Merkur für den Mittwoch, Jupiter für den Donnerstag, Venus für den Freitag, Saturn für den Samstag und Apollo als Sonne für den Sonntag (Walters Art Museum)

Wir sehen also eine Korrelation des Planetenzyklusses, der vor Allem in der Kabbalah verwendet wird. Leider versuchen einem orthodoxe Bibeltreue einzureden, dass die Genesis wörtlich anstatt symbolisch zu verstehen sei, was jedes Querdenken im Keim erstickt.

8.) Das Fehlen von 60-90% des Leben Jesu

Das größte Loch für mich allerdings war und ist immer noch, dass Jesus auf mysteriöser Weise einfach fehlt für 18-30 Jahre. Das stinkt ja nach einer vorsetzlichen Zensur, um die Geschichte von Jesus als Sohn Gottes aufrecht zu erhalten.

Für mich persönich hat es immer viel mehr Sinn gemacht, dass Jesus in der Zeit spirituelle Disziplinen gelernt hat, und ein Gnostiker geworden ist, um letztendlich ein sehr weit entwickelter geistiger Meister geworden zu sein.

Daher sehe ich ihn nicht als Teil eines personifizierten Schöpfer-Gottes und es macht keinen Sinn für mich, dass er die Menschheit von allen Sünden erlöst haben soll, die seither offensichtlich genauso schlecht weiter lebt wie vor seinem Leben.

Wenn er gesagt hat, dass er “der Weg” sei, dann bedeutet das für mich, dass er seine Göttlichkeit realisiert hat und dass er sich als spiritueller Lehrer anbietet – nicht, um eine Krücke für große Institutionen von großer Macht und Reichtum zu werden (was genau das Gegenteil seines Kampfes gegen Pharisäer und Tempel-Kaufläute ist).

Das Gesetz der Anziehung besagt, dass man das manifestiert, an was man denkt.
Jesus Bewusstsein war das eines Kämpfers gegen reiche diktatorische Eliten. Daher hat er diesen Konflikt auch angezogen und ist dafür gekreuzigt worden.
In den alten aber Veden steht, dass man anstatt ein guter Mensch zu werden, um nicht Gefahr zu laufen, dass das eine Extrem in das Andere umschlägt. Daher sollte man lieber auf einer tiefer gehenden Ebene die dualistischen Achsen verlassen.
Das klingt jetzt absurd, aber es könnte es möglich sein, dass die Bewusstseins-achse von Jesus’ Klassenkampf sich ironischerweise in der Kirche wieder manifestiert hat, weil die Schwingung seines Kampfes gegen das etablierte Pharisäertum oder Tempel-Händler noch nach seinem Tod weiter geschwungen hat.

Anstatt, der Sohn Gottes ist er für mich die Sonne Gottes – ein Strahl, der uns mit unserer eigenen Göttlichkeit verbindet.

Daher bin ich von seinem gnostischen Weg inspiriert, der für mich der Grund ist, warum ich mein Leben der Meditations-Yoga-Übung Sodarshan Chakra Kriya widme.

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Drei emotionale Probleme mit den drei Abrahamischen Religionen

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Unabhängig von Jemandes Glaube, schätze ich den Versuch Glaubender sich zu ihrem Besten zu veredeln und den Frieden und die Liebe zu verwirklichen, die ihnen ihre Bücher gelehrt haben.

Wenn immer ich durch Länder gereist bin, deren Bräuche ich nicht einzuschätzen wusste, dann habe ich meistens religiösen Menschen vertraut, weil sie ethische Richtlinien hatten, die egoistische Atheisten belächelten.
Daher sehe ich in Zeiten einer unreifen Gesellschaft Religion als wertvolle moralische Geländer
(solange diese nicht in Fanatismus umschlagen).

Außerdem habe ich Freunde aller Arten von Religionen, deren Aufrichtigkeit ich wertschätze,
erst recht im Vergleich zu der gleichgültigen Mehrheit, die sich lediglich einem blinden Materialismus verschreibt,
nur um ihren unersättlichen egoistischen Hunger nach Bequemlichkeiten und Genus zu stillen.

Daher fragte ich mich, warum ich in meiner lebenslangen Suche nach dem Göttlichen, und vielen langen Diskussionen eine Hass-Liebe-Beziehung mit orthodoxen Religionen aller Art entwickelte:

1.) Die (Ehr)Furcht vor dem allmächtigen Gott

Was früher und jetzt noch immer ein unbewusstes Unbehagen in mir auslöst, ist das religiöse Dogma,
dass Gott einen nur lieben würde, wenn man an ihn glaubt.
Das eng-gestrickte Geschlecht von Gott als männlich macht es nur noch schlimmer, weil es den negative Archetyp Gottes als den bestrafenden Vater evoziert.

Es scheint mir kindisch zu sein, zu sagen: “Entweder bist Du für mich, oder gegen mich“.
Glaubst Du wirklich, ein allmächtiges Gott hätte so ein Ego, dass es sich darum kümmert, was wir menschlichen Mikroben von ihr denken?

Der Grund dafür, dass Glaubende eine regulierende Autorität mögen, scheint mir der zu sein, dass danach keine Leistung vom Glaubenden mehr zu leisten ist, denn Alles, was man tun muss ist danach blindlings einer Handvoll limitierenden Regeln der Diät zu leben, und die Ethik wird dann vom “großen Papa” garantiert werden.

Der Nachteil solch einer Einstellung ist, dass es den Glaubenden auf ein Stadium der Infantilität festnagelt, die eine mehr abstrakte innere Entwicklung verhindert,
was dann zu einem blinden Punkt für die Möglichkeiten führt, sich selbst, oder sein Selbst weiter zu entwickeln,
(wie man schon daran erkennt, dass allein dieses Konzept orthodox Gläubigen unbekannt ist).

Um fair zu sein:
Das ist nicht nur ein Problem von Religionen, sondern Teil der Unreife der gesamten Menschheit, wie man am globalen Schulsystem sehen kann, was definitiv nicht dazu dient, die Persona hervor zu bringen,
sondern uns lediglich zu gehorsamen und produktiven Arbeitsmaschinen zu erziehen.

Ironischerweise wird das von der Kirche geschaffene Bewusstsein der Unterwürfigkeit ausgerechnet von unspirituellen Materialisten ausgenützt, die anstatt an das Göttliche den Mammon anbeten.

Das Dogma der Angst vor Bestrafung bei Unglaube hat nichts mit Liebe zu tun, sondern verhängt ein Schwert des Damokles über Jeden, der seinen Geist für alle Möglichkeiten der Realitätsschau offen halten will.

2. Der herablassende Anspruch auf Alleingültigkeit

Ein reiner Glaube ohne spirituelle Erfahrungen lebt von der Stärke einer Gemeinschaft, weshalb sich Glaubende zu einer konstanten Mission berufen fühlen, den Kreis ihrer Gleichgesinnten zu erweitern, währen Menschen, die “sich selbst erkennen“, wie das die alten Griechen propagierten, keine Notwendigkeit darin sehen, die Zustimmung Anderer zu erheischen.

Der Wunsch der Stärkung der eigenen Gemeinschaft hat sowohl zu Dogmen wie “seit fruchtbar und vermehret Euch” geführt, was angesichts der Überbevölkerung nicht nur veraltet, sondern inzwischen schädlich für die Erde ist;
und außerdem auch zur Rechtfertigung von scheuklappen-denkenden Glaubenden, einen Großteil ihrer Lebenszeit damit zu verschwenden, Andere mit Bauchläden von ihrer Meinung zu überzeugen, welche die Meisten gar nicht interessiert.

Orthodox Gläubige egal welcher Religion scheinen in meinen Augen das gleiche Übel zu sein. Fanatiker hämmern konstant und blindlings ihren Glauben in Jedermann’s Hirn, dass der Glaube, in den sie hineingeboren waren, der einzig wahre sei, was genau zu den Abscheulichkeiten geführt hat, wie wir sie heute im Nahen Osten sehen.

Die Arrogante Einstellung “die einzige Wahrheit zu besitzen” (wie es Christen und Muslime machen),
oder “zu den Auserwählten zu gehören” (in was nicht nur Juden, sondern auch Koreaner glauben),
ist die Quelle aller Kriege aufgrund eines verzerrten Konzepts besser als Andere zu sein.

Gnothi seauton 
(altgriechisch Γνῶθι σεαυτόν, durch Elision auch Γνῶθι σαυτόν Gnṓthi sautón „Erkenne dich selbst!“)
ist eine vielzitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi, als deren Urheber Chilon von Sparta, einer der „Sieben Weisen“, angesehen wird.
Die Forderung wird im antiken griechischen Denken dem Gott Apollon zugeschrieben. Als nosce te ipsum oder temet nosce wurde die Anweisung ins Lateinische übernommen.

3.) Religiöse Kriege und Akte des Terrorismus

Wie Pflanzen, die dann seitwärts streben, wenn es nicht möglich ist sich aufwärts zu entwickeln,
so verteilen auch Menschen dann Seitenhiebe, sobald sie von einengenden Dogmen geknechtet werden.

Schaue einfach in die Geschichte, und Du wirst sehen, dass sich alle Religionen ihre Hände mit dem Schlachten Andersgläubiger beschmutzt haben.
Bis heute wird das praktiziert, und ist lediglich als “Krieg gegen den Terror” oder “Kampf für die Demokratie” getarnt, während ganze Gruppierungen andersartiger Religionen stigmatisiert werden, um Gründe dafür zu haben, diese Länder aufgrund ihres Öls oder anderer kapitalistischen Machenschaften anzugreifen.
Minderheiten, denen die Mittel heutiger teuerer Kriegsführung verwehrt ist, benutzen dann Terrorismus als Mittel. Hiermit verurteile ich Terroristen sowohl als kriegstreibende Politiker, und die, die sie gewählt haben gleichermaßen:

Ich habe nie größere Scheinheiligkeiten und Dummheiten gesehen, als die von aggressiven Fanatikern, die behauten ihrem Buch der Liebe und des Mitgefühls zu folgen, nur um dann Andere zu töten oder verletzen!

Während ich jeden Politiker verstehen kann, der in eine Position der Macht gewählt wurde, und dann aus Kriegen langsam rückwärts hinausgehen muss, gilt das für alle Politiker, die unter der Behauptung es tun zu müssen, neue Kriege angefangen haben
-> Das Blut jedes einzelnen Toten; ob von Zivilisten, durch Kollateralschäden, oder von Soldaten, klebt an deren Händen!

Der Nobel-Preis ist schon etliche male an Politiker vergeben worden, die Krieg geführt haben,
weshalb ich den auch nicht mehr ernst nehmen kann.

Leider verurteilt die ignorante Masse einfach denkender Menschen ganze Mehrheiten friedlicher Mitglieder fremder Religionen, weil sie von Medien, die von Angstnachrichten leben, hirngewaschen wurden diese zu hassen.
Das ist ausserdem eine strategische Dummheit, denn ein tief verwurzelter Glauben wird nur durch das Herz verändert werden, nie aber durch Gewalt oder Dogmatismus.
Nationalismus, sowohl als auch religiöser Fanatismus haben beide unheimliche Ähnlichkeiten
– höre einfach die Phrasen von Politikern oder religiösen Anführern an – sie sind nahezu gleich.


In dieser ausgewählten halben Stunde kann man eine interessante Zusammenfassung der Geschichte der Religion sehen, einschließlich, wie die Kirche unser Gottesverständnis verzerrt hat.

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